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Viertes Konzert 2008

26. Juni 2008, 20.00 Uhr
Hayo Boerema, Rotterdam

Das Spiel des Organisten wird live auf eine Videoleinwand übertragen. 

Programm:
Suite Française (Plein jeu - Tierce en taille - dessus de cornet et basse de trompette - recit de cromorne - Dialogue sur les Grands Jeux),
Variationen über einen Choral
Improvisationen über das Gedicht Avond (Abend) von Willem Kloos (1859 - 1938, niederländischer Dichter)
Orgelsymphonie in vier Sätzen (Allegro - Adagio - Scherzo - Final)

Hayo Boerema wurde 1972 in Groningen geboren. Er studierte am Königlichen Konservatorium in Den Haag Orgel bei Johann Lemckert sowie Kirchenmusik und Improvisation bei Jos van der Kooy. In Paris setzte er seine Studien fort bei Naji Hakim, dem Nachfolger Messiaens an Ste. Trinité. Ferner studierte er Chorleitung bei Barend Schuurman am Konservatorium in Rotterdam und spezialisierte sich bei Ben van Oosten in französisch-symphonischer Orgelmusik.
1998 gewann er den 1. Preis beim Improvisationswettbewerb "Anton Heiller" in Wien, 1999 den 1. Preis und den Publikumspreis beim Improvisationswettbewerb "Johann Pachelbel" in Nürnberg, im selben Jahr den "Grand Prix d'Improvisation" beim Grand Concours de la Ville de Paris, 2001 den 2. Preis beim Internationalen Orgelwettbewerb in Nijmegen, 2005 den 1. Preis beim Internationalen Orgelwettbewerb in Kotka (Finnland).
Konzertreisen führten ihn nach Deutschland, Frankreich und Spanien. Er war Organist an der St. Jacobuskerk in Winterswijk und ist seit 2005 Titularorganist der St. Laurenskerk in Rotterdam an der größten Kirchenorgel der Niederlande.

Avond

Nauw zichtbaar wiegen op een lichten zuch
De witte bloesems in de scheemring -- ziet,
Hoe langs mijn venster nog, met ras gerucht,
Een enkele al te late vogel vliedt.

En ver, daar ginds, die zachtgekleurde lucht
Als perlemoer, waar ied're tint vervliet
In teêrheid... Rust -- o, wondervreemd genucht!
Want alles is bij dag zó innig niet.

Alle geluid dat nog van verre sprak,
Verstierf -- de wind, de wolken, alles gaat
Al zachter en zachter -- álles wordt zo stil...

En ik weet niet, hoe thans dit hart, zo zwak,
Dat al zó moê is, altijd luider slaat,
Altijd maar luider, en niet rusten wil.

Willem Kloos (1859 - 1938)

Abend (Deutsche Übersetzung)

Kaum sichtbar wiegen auf einem zarten Hauch
Die weißen Blüten in der Dämmerung - sieh,
Wie an meinem Fenster noch, mit raschem Geräusch,
Ein einziger schon zu später Vogel fliegt.

Und in weiter Ferne, dort drüben, die sanft gefärbte Luft
Wie Perlmutt, wo jeder Ton vergeht
In Zärtlichkeit... Ruhe - o, seltsames Vergnügen!
Den alles ist bei Tag so innig nicht.

Alles Geräusch, dass noch aus der Ferne spricht,
Es stirbt - der Wind, die Wolken, alles geht
Schon leiser und leiser - alles wird so stille...

Und ich weiß nicht, wie jetzt dies Herz, so schwach,
Das schon so müde ist, immer lauter schlägt,
Immer nur lauter, und nicht ruhen will