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Viertes Konzert 2005

19. Juni 2005, 20.00 Uhr
Wolfgang Seifen, Berlin
Symphonisches Orchester der HU Berlin unter der Leitung von Constantin Alex

Programm:
César Franck: Symphonie d-Moll

Tryptique Symphonique improvisée pour Grand Orgue
         (Andante misterioso/Allegro vivace  *  Scherzo/Adagio/Scherzo  *
         Final)

Joseph Jorgen: Symphonie concertante op. 81 für große Orgel und Orchester

Wolfgang Seifen, Jahrgang 1956, erhielt seinen ersten Klavier- und Theorieunterricht bei Hermann Kräling, dem Kirchenmusiker in Oberhausen. Mit dem Besuch des Musikgymnasiums der "Regensburger Domspatzen" seit 1967 und dem Kirchenmusikstudium in Aachen von 1973 bis 1976 setzte er seine musikalische Ausbildung fort. Neben dem Studium bekleidete er eine erste Organistenstelle an der Nikolauskirche zu Aachen. Es folgten von 1977 bis 1980 die Leitung des studentischen Kammerorchesters Aachen und die Gründung des Kammerchors "Cappella Cantica". Zeitgleich arbeitete Wolfgang Seifen als Kirchenmusiker an St. Sebastian in Nettetal-Lobberich und von 1983 bis 2000 als Organist an der päpstlichen Marienbasilika zu Kevelaer.
Darüber hinaus ist er vielfältig als Chor- u. Orchesterleiter, Pädagoge und Komponist tätig. In den Jahren 1989 bis 2000 leitete er eine Orgelklasse für Improvisation und Liturgisches Orgelspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart und der Robert-Schumann- Hochschule in Düsseldorf. Anschließend übernahm er eine Professur für Improvisation und Liturgisches Orgelspiel an der Berliner Hochschule der Künste (jetzt: Universität der Künste Berlin).
Neben umfangreicher Konzerttätigkeit und mannigfachen Dozenturen weltweit folgten Berufungen in die Erzbischöfliche Kirchenmusikkommission Berlin und als Titularorganist an der Kaiser-Wilhelm- Gedächtnis-Kirche. Auch als Preisträger und Finalist ging Wolfgang Seifen aus mehreren Improvisationswettbewerben hervor. Er machte sich einen Namen mit Publikationen über Orgelbau und Orgelimprovisation, zahlreichen Kompositionen für Chor, Orgel und Kammermusik, CD- Einspielungen und Rundfunk- und Fernsehproduktionen.
Wolfgang Seifen ist der künstlerische Leiter des Internationalen Orgelimprovisationsfestivals Berlin.

Das Symphonische Orchester der Humboldt-Universität Berlin besteht seit dem Sommersemester 2003. Voller Tatkraft wurde es mit dem Ziel gegründet, anspruchsvolle Werke der symphonischen Literatur zu spielen - mit Menschen, die ein intensives Verhältnis zu ihrem Instrument und viel Enthusiasmus für die Musik haben und auch wissen, dass sich der Spaß an der Musik vergrößert, wenn man kontinuierlich übt und zu konzentrierter Probenarbeit bereit ist. Entstanden ist ein neues, sehr lebendiges Symphonieorchester, das auf diese Weise seit seiner Gründung in drei höchst anspruchsvollen Konzertprogrammen Erstaunliches geleistet hat.
Hauptsächlich sind es Studentinnen und Studenten der Humboldt-Universität, die sich hier zu möglichst professioneller, und doch in höchstem Maße freudebringender Orchesterarbeit zusammenfinden, oft auch solche, die früher einmal Musik studieren wollten, sich dann aber anders entschieden und doch eine große Liebe zur Musik bewahrt haben.
Außerdem aber sollen auch alle MitarbeiterInnen der HU hier eine musikalische Heimat finden können sowie alle anderen enthusiastischen Laien der Berliner Musikszene.
Bisher hat sich die Programmauswahl im Symphonischen Orchester eher auf herausragende und bekannte Werke des 19. Jahrhunderts beschränkt: Tschaikowsky, Chopin, Dvorak und Brahms wurden gespielt, aber schon im Wintersemester 2004/05 hat das Orchester, zum ersten Mal mit Humboldts Philharmonischem Chor, das Oratorium "Der Großinquisitor" von Boris Blacher im Konzerthaus am Gendarmenmarkt aufgeführt. Die Perspektiven weiten sich!

Constantin Alex ist seit 1993 Universitätsmusikdirektor an der Humboldt-Universität, betreut in dieser Funktion die "klingende Musik" an der Universität und gründete 1994 Humboldts Philharmonischen Chor und Humboldts Studentische Philharmonie. 1994 bis 2003 übernahm er zusätzlich die Leitung der cappella academica. Im Sommersemester 2003 gründete er das Symphonische Orchester der Humboldt-Universität.
1963 in Rendsburg geboren, lag zunächst sein Hauptinteresse auf dem Gebiet der Orgel- und Kirchenmusik, was sich bis heute insofern erhalten hat, als er eine rege Tätigkeit als Konzertorganist ausübt.
Nach Abitur und Zivildienst begann er ein Musikstudium an der Musikhochschule Detmold in den Fächern Klavier (Prof. Renate Kretschmar-Fischer), Orchesterleitung (Prof. Karl Heinz Bloemeke) und Chorleitung (Prof. Alexander Wagner), das er 1988 im Hauptfach Klavier abschloss. Während des Studiums war er Kirchenmusiker an der Trinitatisgemeinde in Bad Salzuflen, gründete und leitete dort von 1986 bis 1992 die "Bad Salzufler Jugendorchesterwochen" und sammelte gleichzeitig erste Erfahrungen auf dem Gebiet der Oper als Studienleiter bei den Opernkursen der Jeunesses musicales auf Schloss Weikersheim (1986-1988) sowie als Solorepetitor am Landestheater Detmold.
Von dort ging er 1988 in gleicher Position an das Nationaltheater Mannheim, um wenig später als Repetitor und Kapellmeister an die Oper Frankfurt am Main zu wechseln. Außer reicher Erfahrung in der Arbeit mit Sängern und dem Orchester brachten ihm die vier Jahre in Frankfurt die Begegnung mit Sir Georg Solti, dessen Solorepetitor und Assistent er bei den Salzburger Festspielen in den Jahren 1992-1997 wurde. Ebenfalls in Salzburg war er 1993 Assistent von Claudio Abbado für eine Produktion von Brahms "Ein deutsches Requiem".
Als Operndirigent gastierte Constantin Alex an den Opernhäusern Coburg, Münster und Mönchengladbach, als Dirigent von Symphoniekonzerten mit dem Münchener Kammerochester, der Württembergischen Philharmonie Reutlingen, dem Folkwang Kammerorchester sowie dem Preußischen Kammerorchester Prenzlau. Der Internationale Medizinerchor EMSC engagierte ihn 1997 zur Leitung von Bachs Johannes-Passion in Berlin, 1999 der Matthäus-Passion in Stockholm und 2002 von Rossinis Petite Messe Solenelle in Berlin.
1993 bis 1995 war er Gastdirigent des Rundfunkchores Berlin. Als Pädagoge hatte er zwischen 1992 und 1998 Lehraufträge für Orchesterleitung an den Musikhochschulen Frankfurt am Main und Berlin (UdK) inne und leitet seit 1990 die jährlichen Dirigierseminare der Jeunesses musicales in Weikersheim.
Seit dem Wintersemester 2002/2003 gestaltet er als Organist den musikalischen Rahmen der Berliner Universitätsgottesdienste. Seit 2005 ist Constantin Alex Titularorganist an der St. Marienkirche in Berlin.
Das Hauptaugenmerk seiner musikalischen Arbeit liegt allerdings auf der Gestaltung der Musik an der Humboldt-Universität. Neben der systematischen Aufbauarbeit in der Praxis der Chöre und Orchester mit ihren zahlreichen Konzerten nahm die Planung und Ausführung der von 1996 bis 2002 alle drei Jahre stattfindenden "Sommeropern" (1996 E.T.A Hoffmanns "Undine" in einer eigenen Bearbeitung, 1999 Chr. W. Glucks "Orphée et Euridice" in der Berlioz-Fassung und 2002 H. Berlioz "Béatrice und Bénédict") an der Universität breiten Raum ein. Alle musikalischen Projekte dienen dem Ziel, möglichst vielen Studierenden einen umfassenden Zugang zur Musik durch eigenes Tun auf der Ebene höchstmöglicher Qualität zu eröffnen. Dass ihm dies gelingt, zeigt nicht nur Auszeichnung mit dem "Preis für gute Lehre", der ihm für das Opernprojekt "Béatrice und Bénédict" 2003 von der Fakultät verliehen wurde, sondern auch der rege Zustrom an Musikbegeisterten, den seine Ensembles jedes Semester erfahren.