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Viertes Konzert 2006

16. Juli 2006, 20.00 Uhr
Orgel: Wolfgang Seifen, Berlin
Percussion: Leonard Gincberg, Korschenbroich
Gesang: Brigita Bublyte, Vilna (Litauen)

Programm:
Sieben symphonische Impressionen für Orgel, Percussion und Stimme

Zur Aufführung gelangen sieben Symphonische Impressionen in der doch relativ selten zu hörenden Zusammensetzung von Percussion (große Schlagzeugbatterie), Orgel und Stimme. Alle Impressionen sind improvisiert und haben als Maßgabe lediglich die Wahl der Percussionsinstrumente und die Reaktion auf die Aktionen des Partners. Somit "dirigiert" entweder der Organist oder der Percussionist das musikalische Geschehen (Taktart, rhythmische Struktur sowie Charakter des Stückes).
Keine einzige Note, kein einziges  Motiv ist präpariert, alles entsteht "ad hoc", also aus dem Stegreif heraus in der Entwicklung.
Von den sieben Stücken sind zwei dem  Solovortrag (entweder Orgel oder Percussion) vorbehalten und in wiederum zwei weiteren Stücken nimmt die Vokalimprovisation einen breiten Raum ein.
Neben klangmalerischen Abschnitten und Passagen beinhalten die Improvisationen natürlich reichhaltige percussive Elemente.

Das Konzert im Rahmen des Internationalen Orgelimprovisationsfestivals Berlin 2006 in der Kaiser Wilhelm-Gedächtnis-Kirche ist das dritte gemeinsame Improvisationskonzert des Ensembles, das sich zur Vorbereitung lediglich mit dem Raum vertraut gemacht haben wird.
Alle anderen Aspekte des Ensemblespiels entstehen aus dem Moment heraus und sind Ergebnis der unterschiedlichen Mentalitäten der Mitwirkenden. Erstaunlich ist hierbei die Bandbreite des Instrumentalangebots im percussiven Bereich. Neben den Trommeln und diversen Schlaginstrumenten kommen auch Xylophon etc. zum Einsatz und machen eine melodiöse Ausgestaltung der rhythmisch sturkturierten Improvisationen möglich.
Die Kombination von Orgelklang und Percussionsinstrumentarium erstaunt hierbei immer wieder die Zuhörer und gibt den Akteuren Inspiration für die Improvisationen.
Eine Besonderheit aber stellt die Vokalimprovisation dar. Neben der Kombinationsmöglichkeit und Variabilität fasziniert die Stimmakrobatik und Flexibilität in der Ausführung.

In dieser Konstellation sicherlich erst- und einmalig in Berlin können sich die Besucher auf einen spannenden und abwechslungsreichen Konzertabend freuen.
(Auszug aus dem Konzertprogramm)

  Wolfgang Seifen, Jahrgang 1956, erhielt seinen ersten Klavier- und Theorieunterricht bei Hermann Kräling, dem Kirchenmusiker in Oberhausen. Mit dem Besuch des Musikgymnasiums der "Regensburger Domspatzen" seit 1967 und dem Kirchenmusikstudium in Aachen von 1973 bis 1976 setzte er seine musikalische Ausbildung fort. Neben dem Studium bekleidete er eine erste Organistenstelle an der Nikolauskirche zu Aachen. Es folgten von 1977 bis 1980 die Leitung des studentischen Kammerorchesters Aachen und die Gründung des Kammerchors "Cappella Cantica".                              
Zeitgleich arbeitete Wolfgang Seifen als Kirchenmusiker an St. Sebastian in Nettetal-Lobberich und von 1983 bis 2000 als Organist an der päpstlichen Marienbasilika zu Kevelaer. Darüber hinaus ist er vielfältig als Chor- u. Orchesterleiter, Pädagoge und Komponist tätig. In den Jahren 1989 bis 2000 leitet er eine Orgelklasse für Improvisation und Liturgisches Orgelspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart und der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf. Anschließend übernahm  er eine Professur für Improvisation und Liturgisches Orgelspiel an der Berliner Hochschule der Künste. Neben umfangreicher Konzerttätigkeit und mannigfachen Dozenturen Welt weit folgen Berufungen in die Erzbischöfliche Kirchenmusikkommission Berlin und als Titularorganisten an der Kaiser-Wilhelm- Gedächtnis-Kirche. Auch als Preisträger und Finalist ging Wolfgang Seifen aus mehreren Improvisationswettbewerben hervor. Er machte sich einen Namen mit Publikationen über Orgelbau und Orgelimprovisation, zahlreichen Kompositionen für Chor, Orgel und Kammermusik, CD- Einspielungen und Rundfunk- und Fernsehproduktionen.
Wolfgang Seifen ist der künstlerische Leiter des Internationalen Orgelimprovisationsfestivals Berlin. 

Weitere Informationen über Wolfgang Seifen finden Sie unter: www.wolfgangseifen.de

 

  Leonard Gincberg, geboren in Bad Reichenhall / Bayern, führt  mit dem Studium der Musik eine familiäre Tradition fort, allerdings mit erweitertem Spektrum. Sein Großvater spielte als Cellist an der Berliner Oper. Er selbst studierte Musikpädagogik, Schlagzeug, Klavier und Gesang in Hannover, Kiel und Köln (Jazzabtlg. Prof. Jiggs Whigham)und nahm darüber hinaus Unterricht bei Justo Palladito (Conga), Piloto Barretto( Drums ) und Changuito (Timbales )   Leonard Gincberg war tätig als Endorser der Firma Sonor (Drums und Percussion), sowie des Schweizer Drumstickherstellers Paul Agner. In Folge entstanden sowohl zahlreiche Rundfunk- Fernseh- und Tonträger- produktionen als auch Portraits seiner Arbeit und Person in verschiedenen Sendern. Daneben wirkte er bei Tourneen und Konzerten namhafter Gruppen und Musiker im In-und Ausland mit. Auch im klassischen Bereich machte sich Leonard Gincberg mit Konzerten und Aufnahmen einen Namen und spielte mit berühmten Künstlern und Orchestern, wie z.B. mit Prof. Wolgang Seifen oder Prof Raimund Wippermann, den Düsseldorfer Sinfonikern oder den Westdeutschen Sinfonikern. Seine pädagogische Tätigkeiten sind so vielfältig wie sein musikalisches Spektrum. So arbeitet er seit 1983 als Bezirksleiter an der Jugendmusik-schule des Rhein-Kreises Neuss mit Hauptfach: Drums - Percussion - Ensemble und ist als Referent für Percussion bei Fortbildungen für Musiklehrer und Lehrer an Allgemeinbildenden Schulen tätig. Des weiteren bekleidet er das Amt des Referenten und Leiters von Veranstaltungen der Werkgemeinschaft Musik Düsseldorf. Er ist Referent für Latin-Percussion der Schlagzeugabteilung des NRW Landesjugendblasorchesters und Künstlerischer Leiter der Jazz-Café Reihe in Liedberg für die Stadt Korschenbroich.

Weitere Informationen über Leonard Gincberg finden Sie unter: www.leonard-gincberg.de




  Brigita Bublyte, geboren 1977 in Vilna, Litauen (Vilnius, Lithuanian), hatte seit ihrem fünften Lebensjahr Gitarrenunterricht und später in der Musikschule Balys Dvarionas in Vilna Gesangsunterricht. Während ihres dortigen Studiums trat sie mit dem Jazz Ensemble der Schule unter der Leitung von Vladimir Chekasin auf und nahm mit dem Ensemble an internationalen Jazz Festivals in Österreich, Schweden, Deutschland, Dänemark, Deutschland, Schweiz, Lettland und Litauen teil. Ihr Studium in Gesang und Schauspiel nahm sie  2001 an der Musikakademie von Litauen auf. Sie trat in den Rollen der Juliet in der Rockoper von Eimuntas Nekrosius "Love and Death in Verona"  nach dem Drama von  William Shakespeare "Tod in Verona ", der Solveig in dem internationalen Projekt "Peer Gynt", der Chanel Coco in dem Stück "Coco" von Oskaras Korsunovas, als Margarete in der  Inszenierung von Valentinas Masalskis des "Faust" von Goethe auf, hatte die weiblichen Hauptrollen in dem Musical "Tango Atmosphere" von Vladimir Chekasin, in dem Film von Vladimir Chekasin "Nina" und in der Inszenierung von Tschechows Möwe durch Jonas Vaitkus. Mit Jonas Vaitkus arbeitete sie auch in weiteren Inszenierungen zusammen. Bei fast allen diesen Projekten gestaltete sie die gesanglichen Teile der Soundtracks. Während ihres Studiums an der Musikakademie  führte sie ihr eigenes Musical "Evening" auf, in dem sie auch die Hauptrolle übernahm. Kürzlich hat sie ihr Studium an der Musikakademie für Musik und Schauspiel von Litauen mit dem Master Degree im Schauspiel abgeschlossen.  Ende des Jahre 2005 hat Brigita Bublyte mit der Gruppe "4tango"  aus Vilna eine CD mit Stücken des argentinischen Komponisten Astor Piazolla veröffentlicht. Das Präsentationskonzert für die CD wurde live im Litauischen Fernsehen übertragen.